Kraftfahrzeugmechatroniker/in (Neuordnung seit 08/2013) Kraftfahrzeugservicemechaniker/in (außer Kraft seit 08/2013)

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Kraftfahrzeugmechatroniker/in (Neuordnung seit 08/2013)

Kraftfahrzeugservicemechaniker/in (außer Kraft seit 08/2013)

Das bewährte duale Ausbildungssystem (Betrieb/Berufsschule) bereitet auf die Karriere im Kraftfahrzeuggewerbe als Kfz-Mechatroniker/in vor. Innerhalb von dreieinhalb Jahren Regelausbildungszeit werden alle notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen rund um die Instandhaltung moderner Kraftfahrzeuge vermittelt. Zusätzliche, in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte durchgeführte Kurse ergänzen und vertiefen das Erlernte. Aus den bislang etablierten Berufen Kfz-Mechaniker/in, Kfz-Elektriker/in und Automobilmechaniker/in ging die Kfz- Mechatronikerin, der Kfz- Mechatroniker hervor. Eine rasante Zunahme elektronischer Systeme im modernen Kraftfahrzeug ließ die alte Aufteilung nicht länger sinnvoll erscheinen.

Im Mittelpunkt aller Ausbildungsangebote, so auch in der Berufsschule, steht der Arbeitsprozess. Dieser wird für den Schulunterricht kommend aus den beruflichen Handlungsfeldern übersetzt in schulische Lernfelder. Der Unterricht greift die dort niedergeschriebenen Inhalte auf und vermittelt sie in für die Auszubildenden nachvollziehbaren kleineren Einheiten, den Lernsituationen, die angelehnt an betriebliche Arbeitsaufträge erstellt werden (z. B. Nachrüsten einer Klimaanlage). Innerhalb dieser gemeinsamen Lernarbeit sollen sich die Jugendlichen zunehmend selbstverantwortlich und eigenständig in Teams neue Inhalte erarbeiten.

Gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet der Teil 1 der Gesellenprüfung (vormals Zwischenprüfung) statt, bei dem bereits 35 % der möglichen Gesamtpunktzahl zu erwerben sind. Nach dreieinhalb Jahren wird dann Teil 2 der Gesellenprüfung durchgeführt, der gleichfalls wie Teil 1 aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Hier werden die übrigen 65% der Maximalpunktzahl vergeben. Jeweils stehen beide Prüfungsteile (schriftlich/praktisch) in einem Zusammenhang und bilden betriebliche Arbeitsaufträge in Prüfungsaufgaben ab.

Ausbildung im Betrieb

Die betriebliche Ausbildung im Handwerk ist stets geprägt gewesen von einer engen Zusammenarbeit zwischen Gesellen und Auszubildenden und Meistern. Üblicherweise findet eine – oftmals rotierende – Zuordnung statt, so dass die Auszubildenden gezielt gemäß den Tätigkeitsschwerpunkten der häufig spezialisierten Gesellen mit allen Aufgaben vertraut werden. Je nach individuellem Können und betrieblicher Notwendigkeit werden die Nachwuchstalente ab ca. Ende des zweiten Ausbildungsjahres bereits mit kleineren eigenständigen Arbeitsaufgaben betraut.

Die schulische Ausbildung

Stärker als den betrieblichen Teil der Ausbildung hat die Neuordnung, die vom Kfz-Mechaniker zum Kfz-Mechatroniker führte, die schulische Ausbildung verändert. Den Ausgangspunkt für das berufsschulische Lernen bilden konkrete berufs- und werkstattspezifische Handlungen. Diese Handlungen sind in den so genannten Handlungsfeldern beschrieben. Durch die Verknüpfung  beruflicher, gesellschaftlicher und individueller Problemstellungen sollen die Schülerinnen und Schüler zu deren Bewältigung befähigt werden.
Der Ausbildungsberuf des Kfz- Mechatronikers und der Kfz- Mechatronikerin unterteilt sich in fünf Schwerpunkte. Diese werden im Regelfall zu Beginn der Ausbildung bei Ausbildungsvertragsabschluss festgelegt. In den jeweiligen Branchen des Kfz- Gewerbes werden der/die
- Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik
- Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik
- Schwerpunkt Motorradtechnik
- Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik

- Schwerpunkt Karosserietechnik
ausgebildet.
 
Bis zum Anfang (bzw. zur Mitte) des dritten Ausbildungsjahres sind die Lerninhalte aller Schwerpunktrichtungen identisch. Die dann zu vermittelnden differierenden Inhalte (in den LF11 -14) LF 11 werden in schwerpunktsbezogenen Kursen unterrichtet, in denen sich z.B. alle angehenden Nutzfahrzeug-Fachleute gemeinsam mit der Druckluftbremse beschäftigen.
Da der Beruf des/der Kfz- Mechatronikers /in nicht mehr den Metallberufen zugeordnet ist, erhalten die Auszubildenden berufsspezifischen Unterricht bereits vom ersten Ausbildungsjahr an. 
Der Unterricht im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik wird den Schülerzahlen entsprechend in den Ausbildungsstufen 3 bzw. 4- zügig durchgeführt. 
 
Die Jahrgänge werden im Schulhalbjahr wechselnd 1-tägig bzw. 2-tägig unterrichtet, so dass im Mittel die geforderten 12 Unterrichtswochenstunden erreicht werden.
Wem das in der beruflichen Erstausbildung Erlernte nicht genügt, der kann am Berufskolleg Gladbeck eine fachspezifische Weiterbildung besuchen.
Als Anhaltspunkt zur inhaltlichen Struktur der berufsschulischen Ausbildung ist im Folgenden eine Übersicht zum Lehrplan des Schwerpunktes Pkw-Technik angefügt.

Neue Verordnung ab 08/2013
Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
Kraftfahrzeugmechatroniker / Kraftfahrzeugmechatronikerin

 

 

Alte Verordnung bis 08/2013
Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
Kraftfahrzeugmechatroniker / Kraftfahrzeugmechatronikerin 


Lernfelder


Zeitrichtwerte
 Ausbildungsjahr

 
Nr.

Die Lernfelder für das erste und zweite Ausbildungsjahr
sind für alle Schwerpunkte identisch

1.
 

2.
 

3.

4.

1

 Warten und Pflegen von Fahrzeugen oder Systemen
 100
 
 
 

2

Demontieren, Instandsetzen und Montieren von fahr-zeugtechnischen Baugruppen oder Systemen

 80

 
 
 

3

Prüfen und Instandsetzen elektrischer und 
elektronischer Systeme

 80

 
 
 

4

Prüfen und Instandsetzen von Steuerungs- und Regelungssystemen

 60

 
 
 

5

Prüfen und Instandsetzen der Energieversorgungs- und Startsysteme
 

 80

 
 

6

Prüfen und Instandsetzen der Motormechanik
 

 60

 
 

7

Prüfen und Instandsetzen von Motormanagementsystemen
 

 100

 
 

8

Durchführung von Service- und Instandsetzungsarbeiten an Abgassystemen  

 40

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik

 
 
 
 

9

Instandhalten von Kraftübertragungssystemen
 
 
 
 

 60

 
10
Instandhalten von Fahrwerks- und Bremssystemen
 
 
 
 

 80

 
11
Nachrüsten und Inbetriebnehmen von Zusatzsystemen
 
 
 
 

 60

 
12
Prüfen und Instandsetzen von vernetzten  Systemen  
 
 
 

 80

 
13
Diagnostizieren und Instandsetzen von Karosserie-, Komfort- und Sicherheitssystemen  
 
 
 
 

 80

14
Durchführen von Service- und Instandsetzungsarbeiten für eine gesetzliche Untersuchung      

60

  Summe
320
280
280
140
           
 

Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik

       

9

 Instandhalten von Kraftübertragungssystemen  
 
 
 

 60

 
10
 Instandhalten von Fahrwerks- und Bremssystemen  
 
 
 

 80

 
11
Nachrüsten und Inbetriebnehmen von Zusatzsystemen
 
 
 
 

 60

 
12
Prüfen und Instandsetzen von vernetzten Systemen  
 
 
 

 80

 
13
Prüfen und Instandsetzen von elektro-pneumatischen und elektrohydraulischen Systemen  
 
 
 
 

 80

14
Durchführen von Service- und Instandsetzungsarbeiten für eine gesetzliche Untersuchung  
 
 
 
 

 60

 
Summe
320
 280
 
280
140
 
 
 
 
 
 
 
 


Schwerpunkt Fahrzeugkommunikationstechnik

 
 
 
 
 
 

9

Prüfen und Instandsetzen von Kraftübertragungssystemen
 
 
 
 

 60

 
10
Prüfen und Instandsetzen von Fahrwerks- und Bremssystemen
 
 
 
 

 80

 
11
Nachrüsten und Inbetriebnehmen von 
Zusatzsystemen
 
 
 
 

 60

 
12
Prüfen und Instandsetzen von vernetzten Systemen  
 
 
 

 80

 
13
Prüfen und Instandsetzen von Komfort- und Sicherheitssystemen
 
 
 
 
 

 80

14
Prüfen, Instandsetzen und Nachrüsten von drahtlosen Signalübertragungssystemen  
 
 
 

 60

  Summe
320
280
280
140
         
 

Schwerpunkt Motorradtechnik

       

9

Instandhalten von Kraftübertragungssystemen
 
 
 
 

 60

 
10
Instandhalten von Fahrwerks- und Bremssystemen  
 
 

 80

 
11
Nachrüsten und Inbetriebnehmen von 
Zusatzsystemen
 
 
 
 

 60

 
12
Prüfen und Instandsetzen von elektronischen 
Systemen
 
 
 
 

 80

 
13
Prüfen und Instandsetzen fahrsicherheitsrelevanter Systeme  
 
 
 
 

 80

14
 Beraten von Kunden bei der Auswahl von Zubehör  
 
 
 
 

 60

 
 
Summe 320 280 280 140

Nachfolgend das Beispiel einer Lernsituation aus dem Lernfeld 3. Die Lernsituationen werden durch die Bildungsgangkonferenzen festgelegt. Die Umsetzung der Lernfelder im Unterricht findet durch die didaktische Reduktion –schulische Umsetzung - von Handlungssituationen statt. Die Lernsituationen werden den Erfordernissen (z. B. Vorkenntnisse der Schüler/in...) entsprechend ausgestaltet.

Lernfeld LF 3

1. Ausbildungsjahr

22. bis 26. Schulwoche

12 Unterrichtsstunden

Kraftfahrzeugmechatroniker/ in

Anlage zur didaktischen Jahresplanung Datum: 06.2005


Prüfen und Instandsetzen elektrischer und elektronischer Systeme
Lernsituation 3.3
Anhängerstecker und/oder –steckdose installieren/  bzw. instand setzen
Lernvoraussetzungen: 
LF 3 LS 3.1
Kommunikationsfähigkeit,  Beachten der Schul- und Laborordnung, Unfallverhütungs-vorschriften, Arbeitssicherheit, Messen und Prüfen mit dem Multimeter, Schaltungen
Einstiegsszenario
Inhaltsbereiche
Kompetenzen
Handlungsphasen
Std.
Unterrichts-
organisation

Der Lehrer zeigt ein zerfetztes abgerissenes Anschlusskabel mit teilweise aus der Anhängersteckdose herausgerissenen Kabelenden eines Wohnanhängers, bei dem beim Abkuppeln vergessen wurde, die elektrische Verbindung zu lösen. (wegen des Bajonett-Verschlusses führt das zu besonders großen Schäden!)
 

Oder:
Nach Selbstmontage einer Anhängerkupplung aus dem Zubehörhandel kommt ein Kunde in die Werkstatt, dessen Warnleuchte der Glühlampenausfall- Kontrolle leuchtet und dessen Nebelschlussleuchte nicht mehrfunktioniert obwohl die Glühlampe und Sicherung in Ordnung ist. Nach Überprüfung des
Fehlers wird festge-stellt, dass der Kunde bei unsachgemäßer Installation mit dem falschen Anhänger-Kabelbaum das Steuergerät für die Glühlampenausfall-kontrolle zerstört hat.

Reparaturan-leitung
Schaltpläne 
 
Kabelbezeich-nungen Gruppen- oder Montage-
Zeichnungen 
Technische Unterlagen und  
Informations-quellen 
 
Arbeiten an elektrischen
Anlagen, Betriebs-sicherheit
 
UVV, Arbeits-sicherheit

Werkzeuge, Messwerkzeuge

Leitungen, Materialien
 
Software

Leiterwider-stand

Leitungs-stärken
Leiterquer-schnitte

Berechnungen Widerstand
zulässige Stromauf-nahme  
Präsentations-techniken 
 

   - Die Schülerinnen und Schüler suchen das Problems anhand eines  Brainstormings zu lösen (Sozialkompetenz, Sprachkompetenz) 
   - In gebildeten Gruppen müssen zuerst  Teambildungsprozesse angeregt  werden (Aufgabenverteilung, Regeln für die Gruppen-arbeit,  Zeitplanung, Zeitüberwachung, Fahrplan für die (Gruppenarbeit).
   - Durch die gezielte Gesprächsführung wird die Fähigkeit und Bereitschaft erweitert, Schüler als kompetente Partner zu akzeptieren und gemeinschaftlich zu arbeiten, Gruppenbildung  (Sozialkompetenz)
   - Sie tragen ihre Ergebnisse zusammen,  erkenne die Funktion einer  technischen  Dokumentation (Methodenkompetenz) 
   - Zur Beschaffung notwendiger Informationen nutzen sie Kenntnisse  von Mitschülern, erarbeiten Varianten und suchen nach Lösungs-ansätzen (Methoden, Sozial- Humankompetenz)
   - Sie erstellen einen Arbeitsplan, Anhänger-stecker und/oder Anhängersteckdose instal-lieren/  instand setzen (Planungskompetenz)
   - Ersatzteile bestimmen, Varianten diskutieren,(Sozial- Fachkompetenz)
   - Stromlaufplan der Beleuchtung  bestimmen
   - Beschreibung/ Plan, wo im Fahrzeug die 
Kabelstecker, bzw. die  Steckverbindungen  
mit Pin-Nummern und Kabelfarben zu finden   
sind  um die Anhängersteckdose anzuschließen 
(Fachkompetenz )
   - Klemmenbelegungsplan für Steckdose und 
Stecker mit den genormten  Farben und 
Querschnitten analysieren (Fachkompetenz)
   - Schriftliche Zusammenstellung der benötigten Ersatzteile
   - Kosten für das benötigte Material, 
   - Kostenvoranschlag für die Nachrüstung der 
Steckvorrichtung, Preise  derAusbildungsbetrie-be (Lernortkooperation)
   - Zeit für die Nachrüstung in „AW mit Umrechnung in Stunden
   - Berücksichtigung „Sonderwünsche“ des 
Kunden, (Humankompetenz)
  - Herstellung der Kabelverbindung im Fahrzeug und an der Steckdose  als Löt-Crimp- oder Quetschverbindung, mit oder ohne Hülsen, Isolierungen, Kabeldurchführungen bestimmen 
(Fachkompetenz)
   - Vorteil 13-poliger -7-poliger Verbindung  
gegenüberstellen
   - Arten der Steckverbindungen, Varianten 
(Fachkompetenz)
   - Berechnungen der Leiterquerschnitte, 
Widerstand, Belastung
   - Berechnung der Materialkosten  und der 
Arbeitszeit 
   - Vorstellen der Arbeitsergebnisse 
(Methodenkompetenz )
   - Bewerten der Arbeitsergebnisse (Fach- 
Sozialkompetenz)

Problem-konfron-tation
Kommu-nikation
Impuls-gebend
 
 

Funktion exempla-risch erar-beiten
 
Recherche
Zeichnen
 

Planen
Bestimmen
 
Zusam-mentragen

Festlegen

Berechnen

Vortragen

Bewerten der Arbeit-sergeb-nisse,
der Vorge-hensweise

1 h

 

 

2 h

 

1 h


1 h


1 h


1 h


1 h

1 h


1 h


1 h

Lehrer /Schüler-gespräch
 
 

 

Gruppenarbeit
 
 
 
 
Teamarbeit
 
 
 

Gruppenarbeit
 
Schülerarbeit 
 

Teamarbeit
 
 
Einzelarbeit
 
 
Gruppenarbeit

Einzelarbeit
Gruppenarbeit