Was ist los am Berufskolleg Gladbeck?

Kaufmännische Assistenten (Informationsverarbeitung) trainieren ihr Gespür für Kommunikation

Wie kommt man an Lösungen, wenn alles drunter und drüber geht? - Wie reagiert man bei Streitigkeiten? - Warum machen wir anderen so gern Vorwürfe, anstatt genau zu sagen, was wir selbst uns von ihnen wünschen? 

Antworten auf diese und ähnliche Fragen sucht die Unterstufe der kfm. Assistenten in einem zweitägigen Bildungsprojekt der dbb-Jugend. 

Zwei Tage kein BWL, Mathe, Deutsch... Statt Schule nach Plan steht am 22. und 23. September das menschliche Miteinander auf dem Programm. Das oftmals so schwierig ist: Denn was uns selbst im Umgang mit anderen leitet, wollen wir manchmal gar nicht so genau wissen ...

Möglich sind diese Übungstage zum Thema "Kommunikation" durch ein Bildungsprojekt der dbb-Jugend (dbb = Deutscher Beamtenbund). Sie finanziert für Schulen ausgewählte Trainerinnen und Trainer, die mit Lernenden nach dem Motto "Learning by doing" zu ausgewählten Themen arbeiten.

Trainerin Dorothea Heimann gibt den Assistentinnen und Assistenten durch praktische Übungen und Reflexionen die Gelegenheit, Neues kennenzulernen. So zum Beispiel, dass Körpersprache zu 70% darüber entscheidet, wie Nachrichten beim anderen ankommen.

Oder auch, dass der eigene Umgang mit anderen Menschen nicht immer optimal ausfällt. Aber sich dessen bewusst zu werden und Kommunikationsstrategien zu verändern, ist ein mühsames Geschäft - ist es doch oft einfacher, an eigenen Verhaltensmustern festzuhalten.

Deutlich wird das den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einer Formulierungsübung, in der sie Kritik, die als so genannte "Du-Botschaft" formuliert ist, in eine "Ich-Botschaft" umwandeln sollen.

kommunikation_2Hilfestellung in der Gruppenarbeit durch Frau Heimann: "Wie kann man denn ,Du irrst Dich?' als Ich-Botschaft formulieren?" - Stille. - "Wie wäre es z. B. mit ,Ich bin anderer Meinung.'? Dann spreche ich von meiner Sicht anstatt mein Gegenüber anzugreifen."

"Hmm, ja, stimmt eigentlich."

Zweites Beispiel: ",Du siehst doch, dass ich hier vorbei muss!' Wie könnten Sie das freundlicher ausdrücken?" - Grübeln, dann: "Vielleicht ,Ich möchte bitte vorbei.'?" Heimann: "Gut, klingt doch netter, oder?"

Fazit: Auch Kommunikation will gelernt sein. Aber Üben lohnt sich, nicht nur weil Kommunikationsfähigkeit von Unternehmen eingefordert wird. Unser alltägliches Miteinander wird dadurch ebenso unkomplizierter.

Gelegenheit zum weiteren Üben bekommen die Schülerinnen und Schüler schon bald. Denn dann wird ein Teil der Inhalte im Deutschunterricht vertieft. STC