Was ist los am Berufskolleg Gladbeck?

Sprechen kann Türen öffnen!

Einen Praktikumsplatz am Telefon ergattern – gar nicht so einfach. Mit falsch gewählten Worten fliegt man schnell auf die Nase. Gut, wenn es Möglichkeiten gibt, die Sprache für solche Anlässe und mehr zu verbessern. Die Kaufmännischen Assistentinnen und Assistenten Informationsverarbeitung probieren es aus.

Dass Sprache den Alltag in Unternehmen mitregiert, glaubt auch Lehrerin Heidrun Stachowski. Sie hat für die ASSM zwei Übungstage zum Thema „Kommunikation“ organisiert.

Als Trainerin mit von der Partie ist Dorothea Heimann. Sie hat bereits im September einen Workshop zur Kommunikation am Berufskolleg Gladbeck durchgeführt. Er ist ein Bildungsprojekt der dbb-Jugend NRW (dbb = Deutscher Beamtenbund) und wird von ihr finanziert.

Vor Weihnachten sind die Fragen ähnlich wie im Herbst:

Wie vertritt man in Diskussionen erfolgreich den eigenen Standpunkt? Wie begegnet man anderen Ansichten auf freundliche Art und Weise? Und welche Bedeutung hat dabei Sprache? Welche Gefühle und Bedürfnisse wirken sich auf unsere Kommunikation aus?

Hilfreich ist solches Wissen auch bei der Suche nach einem Praktikumsplatz. Frau Heimann macht sich mit den Jugendlichen daran, diese Kommunikation zu üben, und simuliert mit ihnen entsprechende Gespräche am Telefon.

Aus der praktischen Übung heraus entwickelt sie mit den Schülerinnen und Schülern Regeln: Gesprächspartner/in möglichst mit Namen ansprechen, freundlich und verbindlich formulieren, Anliegen auf den Punkt bringen, sich angemessen verabschieden.

Manch einen strengt das Suchen nach den richtigen Worten an. So möchte eine Schülerin ihr freundlich geführtes Gespräch möglichst verbindlich abschließen und fragt: „Können Sie dann mal einen Termin für ein Bewerbungsgespräch klarmachen?“ Die Klasse schaut etwas befremdet, einige kichern. Aber was soll’s? Frau Heimann nimmt’s nicht übel, stutzt nur und macht dann weiter im Text.

Auch Frau Stachowski sieht es gelassen: „Die Übung des Gespräches ist ja gerade dazu gedacht, auf Fehler aufmerksam zu werden und sie beim nächsten Mal zu umgehen.“ Zudem haben die Gesprächsrunden sie und den Klassenlehrer der ASSM, Jörg Boiar, auf Facetten der Klassen-Kommunikation aufmerksam gemacht, die sich sonst im Unterricht nicht so zeigen.