Was ist los am Berufskolleg Gladbeck?

Stromzauber an der Gemeinschaftsgrundschule

 

„Hallo, mein Name ist Dirk Buddenkotte und ich bin Lehrer für Zauberkunde am Berufskolleg Gladbeck.“  Mit diesen einführenden Worten des Gastlehrers startet die Doppelstunde

in den Klassen 4a und 4b der  Gemeinschaftsgrundschule, in der wie von Geisterhand Lampen leuchten, Blätter brennen und Gegenstände sich bewegen werden. Unterstützt wird er von den "Zaubereischülern" Jens Hetkämper, Steffen Ketteler und Laurenz Risthaus ." Die sehen aber gar nicht aus wie Zauberer", zweifelt eine junge Viertklässlerin an, "sondern wie normale Menschen." "Damit unsere Kunststücke besonders gut gelingen, brauchen wir eure Unterstützung in Form von positiver Energie“, fordern die Zauberer Unterstützung ein. Nach einer kurzen Demonstration, was darunter zu verstehen ist, erklingt ein lautes und klares Oooohm aus allen Kindermündern.  

Das erste Kunststück beginnt. In deutlich zu vernehmender Abhängigkeit von der „positiven Energie“  leuchtet ein Glühlämpchen unterschiedlich hell. Das zweite Kunststück  lässt einen kleinen Gong erklingen und beim dritten entzündet sich ein Blatt Krepppapier.  Jedes einzelne der Zauberstücke erzielt  tosenden Applaus. Magische Fähigkeiten traut allerdings keines der Kinder den vier Protagonisten zu. Die Vermutung, alles sei auf einen Stromfluss zurückzuführen, wird schnell geäußert und die Zauberer als Auszubildende des Elektrohandwerks und deren Berufsschullehrer enttarnt.

Das Angebot, selbständig die Versuche durchzuführen, wird dankend von den Viertklässlerinnen und Viertklässlern angenommen. Eigenständig aufgeteilt in drei Gruppen durchlaufen sie die Stationen  zur „Wärmewirkung“, „Lichtwirkung“ und „magnetischen Wirkung“ des elektrischen Stromes. Betreut werden sie bei den Stationen von den drei Berufsschülern. „Beeindruckend war, welches Engagement die Kinder gezeigt haben. Wie schnell und zielgerichtet sie gearbeitet haben“, berichtet Jens Hetkämper.  

Ergänzt werden die Versuchserkenntnisse durch Gespräche, in denen Alltagsbezüge zu den Versuchen hergestellt werden. So erkennen die Kinder einen Kran mit Elektromagnet auf dem Schrottplatz wieder, die Leuchte in der Klasse oder den Toaster in der Küche.

Abgeschlossen wird die Unterrichtseinheit mit einer Visualisierung, welch geringer Strom für den Menschen schon tödlich sein kann. Hierzu wird ein Lämpchen von einem ansteigenden Strom durchflossen. Die Grundschulkinder sollen mittels „Stopp“ mitteilen, ab welcher Stromstärke es für den Menschen gefährlich wird. Beide Klassen trauten sich ca. 500mA zu. Dieses wurde vom Berufsschulteam mit : „Wir sind jetzt alle tot!“ kommentiert.

„Uns ist es wichtig zu vermitteln, dass bereits 50 Milliampere ausreichen, um verheerende Folgen zu haben.“ erläutert Dirk Buddenkotte "und dass es mit „Ruh dich mal aus“ nicht getan ist, sondern sie ins Krankenhaus müssen, sofern es zu einem Stromschlag kommt.“  

In ihrer Evaluation waren sich alle einig. "Toll was die Schülerinnen und Schüler bereits alles gewusst haben und welche Alltagsbezüge sie herstellen konnten. Es hat Spaß gemacht und war besser als Berufsschulunterricht," schließen Laurenz Risthaus und Steffen Ketteler ab.

Im Bereich der Technikförderung arbeiten die Gemeinschaftsgrundschule Schermbeck und das Berufskolleg Gladbeck schon länger zusammen. Ermöglicht werden die Unterrichtseinheiten durch Mittel des Gladbecker ZdI-Zentrums I+I=Z (Ingenieure + Infomatiker = Zukunft), dessen Ziel die Förderung von Naturwissenschaft und Technik an Schulen ist.