Was ist los am Berufskolleg Gladbeck?

Berufskolleg investiert mit neuem Höha-Schwerpunkt in die IT-Zukunft

Die WAZ im Gespräch mit der Höheren Berufsfachschule für Informationswirtschaft (IT):

Höha Informationswirtschaft

Mit einem Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Höheren Handelsschule kann das Berufskolleg Gladbeck in der Region punkten. Seit dem Sommer gibt es den Bildungsgang Höhere Berufsfachschule für Informationswirtschaft (IT), den 22 Schüler besuchen.

Schwerpunkt Informationswirtschaft (IT)

In zwei Jahren werden die „Frischlinge“ ihren Abschluss machen und damit die Fachhochschulreife (FHR) mit dem ersten Schwerpunkt Informationswirtschaft und Vertiefung in Betriebswirtschaftslehre (BWL) in der Tasche haben, erklärt Arnd Herrmann, der zuständige IT-Lehrer am Berufskolleg. Voraussetzung zum Besuch des neuen Bildungsgangs ist die Fachoberschulreife (FOR) mit oder ohne Qualifikation. Diese Schüler mit einem sogenannten mittleren Bildungsabschluss konnten bislang schon im Bereich der Höheren Handelsschule den Schwerpunkt Betriebswirtschaftslehre wählen. Dies wird vierzügig auch weiterhin möglich sein, allerdings wurde nun eine Klasse mit dem Schwerpunkt IT eingerichtet.

Umgang mit sozialen Netzwerken

Bereichsleiterin Sabine Röttgers will es bei der Einzügigkeit nicht belassen. „Wir hoffen, uns demnächst noch breiter aufstellen zu können.“ Immerhin gibt es eine Warteliste, hatten sich doch mehr als 22 Schüler für den neuen Bildungsgang beworben, sagt Angelika Spies, stellvertretende Schulleiterin, die den Ausbau vorangetrieben hat. Die zweijährige Ausbildung auf der Ebene der Höheren Handelsschule mit intensivierter Informationswirtschaft nennt sie „eine Investition in die Zukunft“.
Das Berufskolleg reagiert damit „auf den Mangel am Arbeitsmarkt an IT-Kräften mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund“, erklärt Herrmann, der als studierter Diplom- Wirtschaftsinformatiker mit Berufserfahrung bei großen Softwarehäusern wie der SAP SE die Materie genau kennt. „Es gibt in Deutschland 70000 offene Stellen im IT-Bereich, darauf wollen wir reagieren.“ Zudem lobt er die doppelte Qualifikation der Absolventen. „BWL und IT-Kenntnisse sind ein Riesenplus bei der Bewerbung. “
Auch die Praxis kommt nicht zu kurz, die Fächer Informationswirtschaft und BWL werden interdisziplinär unterrichtet. Die Themen sind schülernah aufbereitet und bieten eine Fülle an handlungsorientierten Aufgaben und computergestützten Übungsmöglichkeiten. Hier geht es beispielsweise um Vernetzte IT-Systeme, Grundlagen der Programmierung, Datenbanken, Büroanwendungen, Webdesign, Kommunikation, aber auch um den Umgang mit sozialen Netzwerken. „Wir weisen auf die Vorteile, aber auch auf die Gefahren und Risiken hin.“ Stichwort hier: Das Netz vergisst nicht. Herrmann: „Und das betrifft dann auch konkret die Bewerbungen.“

Gerade Schülerinnen werden angesprochen

Der Bildungsgang möchte Schülerinnen ansprechen, die oft noch keine Computerkenntnisse mitbringen. Diese sind zu Beginn noch nicht erforderlich, da der Unterricht mit den Grundlagen der Arbeit am PC beginnt.

Lehrer Arnd Herrmann: „Mädchen lassen sich schnell abschrecken, das ist Quatsch, denn wir fangen bei Null an.“