Was ist los am Berufskolleg Gladbeck?

Bewerbungstraining der Höheren Handelsschule

Im Januar absolvierten die Oberstufenschülerinnen und Schüler der Höheren Handelsschule Wirtschaft und Verwaltung sowie Elektrotechnik ein mehrstündiges Bewerbungstraining bei der Volksbank in Gladbeck. Alessandra Benfatto aus der HHO 3 berichtet:
Zunächst stellte sich Frau Golka von der Volksbank vor und erläuterte uns kurz den Ablauf der Beratung. Sie fragte uns, ob wir uns bereits beworben hätten oder evtl. ein Studium in Erwägung ziehen.
Frau Golka versuchte, uns deutlich zu machen, wie wichtig es ist, den passenden Job für uns zu finden, und zwar weil dieser uns Spaß machen muss. Irgendeine Arbeit zu suchen mit dem Hintergedanken, etwas zu finden, ist falsch und frustrierend. Um die Atmosphäre etwas aufzulockern, teilte Frau Golka uns einige interessante Daten mit, so die Arbeitsstunden, die uns allen in etwa noch bevorstehen. Als die Zahl 64 000 Stunden genannt wurde, waren wir alle etwas baff. Diese Zahl entspricht tatsächlich 40 Berufsjahren bzw. durchschnittlich 200 Arbeitstagen im Jahr bei acht Stunden täglich. Schnell wurde uns klar, was uns bis zur Rente also noch bevorsteht.
Weiterhin riet Frau Golka uns, nicht bis zum Ende der Schulzeit zu warten, um Zukunftspläne zu schmieden.
Jeder sollte nach einem persönlichen Countdown vorgehen, der folgende Punke beinhaltet:
ein Leitmotiv (Ziel, Lebensziel), die Fähigkeiten (Begabung, Talent), die Interessen (Neigungen), die eigenen Stärken und Schwächen. Nun wurden persönliche Eigenschaften genannt: Freundlichkeit, Bildung, Offenheit. Daraufhin das Interesse für Menschen, Daten, Gegenstände. Später die Fähigkeiten Sprachbeherrschung, gutes Gedächtnis, Ideenreichtum und zuletzt die körperlichen und gesundheitlichen Merkmale wie Geruchssinn, Geschmackssinn, Körpergewicht und Körpergröße.
 
Ohne Zweifel trifft man die bessere Berufswahl, wenn man umfassend informiert ist, und genügend Infos bekommt man bei Berufsberatern, durch Praktika, berufskundliche Bücher und Broschüren, mit Hilfe von Eltern, Freunden und Bekannten, im Berufsinformationszentrum und bei der Durchführung von Betriebsbesichtigungen. Optimal wäre es, sich 6 - 7 Monate vor Ausbildungsbeginn um eine Lehrstelle zu bemühen. Freie Ausbildungsstellen findet man beim Arbeitsamt, im Stellenmarkt der Tageszeitung und durch Bekannte. Oft ist es besser, wenn vor dem Wegschicken einer Bewerbung telefonische Rücksprache gehalten wird. Außerdem kann man so sein Interesse sowie die Motivation für die Stelle äußern. Ebenfalls besteht so die Möglichkeit, einen sympathischen Eindruck zu hinterlassen und den Ansprechpartner und seine besonderen Wünsche bei der Bewerung zu erfahren.
 
Frau Golka verriet uns, dass die Entscheidung über den Bewerber in den ersten Sekunden fällt. Was die Kleidung betrifft, gilt grundsätzlich: "Dem Job angepasst, nur etwas besser als normal!"
 
Wir sprachen außerdem über das Vorstellungsgespräch und erfuhren, welche typischen Fragen gestellt werden. Diese lauten beispielsweise:
 
- Warum möchten Sie diesen Beruf erlernen?
- Wie sind Sie auf den Beruf gekommen?
- Kennen Sie Vor- und Nachteile des Berufs?
- Welchen Hobbys haben Sie?
- Wo haben Sie sich noch beworben?
- Welche Berufe haben Ihre Eltern?
 
Wenn es dann um den Ablauf der Ausbildung geht, könnten folgende Fragen vom Bewerber gestellt werden:
 
- Wie ist die Ausbildung organisiert?
- Wie sind die Arbeitszeiten?
- Welche besonderen Anforderungen werden gestellt?
- Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
- Ist eine Betriebsbesichtigung möglich?
- Wo findet die Ausbildung statt (in mehreren Abteilungen usw.)?
 
Später wurden ein persönliches Vorstellungsgespräch und ein Telefonat mit zwei Schülern simuliert.
 
Insgesamt haben wir viele wichtige Informationen erhalten. Wir bedankten uns bei Frau Golka für ihre Geduld und ihre Bemühungen und verabschiedeten uns.